Also sprach Roger Federer…

Also sprach Roger Federer…

Stuttgart,

Am Montag hielt Roger Federer im Rahmen des MercedesCup eine Pressekonferenz ab und sprach dabei über seine Erwartungen beim ATP-Rasenturnier auf dem Stuttgarter Weissenhof, den Kampf um die Nummer eins in der Weltrangliste und über den elften French-Open-Titel für Rafael Nadal.

Wie fühlt es sich an, wieder in Stuttgart zu sein? Wie beurteilen Sie die Situation im Kampf um die Nummer eins in der Weltrangliste?

RF: Es ist eine große Freude, wieder dabei zu sein. Ich habe hier schöne Jahre erlebt, obwohl der große Erfolg bisher ausgeblieben ist. Vor zwei Jahren hatte ich Probleme mit dem Knie und dazu gab es viel Regen. Voriges Jahr habe ich gegen Tommy (Haas, Anm.) verloren. Heuer ist Stuttgart besonders, weil die Nummer eins in der Weltrangliste auf dem Spiel steht. Viele Wochen im Jahr spricht man nicht drüber, da ist klar, wer vorne ist. Aber wenn die Nummer eins an der Kippe steht, ist es natürlich etwas anderes. Ich war einige Monate weg und muss jetzt einmal kleinere Brötchen backen. Die Spiele hier sind immer sehr eng. Da gibt es keine lockeren Partien, auch wenn das schön wäre. Ich finde den Platz heuer sehr gut, besser als letztes Jahr. Ich freue mich riesig auf die Woche.


Ein Wort zu ihrem Achtelfinal-Gegner Mischa Zverev!

RF: Er spielt gut und mag den Rasen. Das ist ja das Wichtigste, dass man gerne auf diesem Belag spielt. Es wird sicher happig, weil er schon ein Spiel in den Beinen hat. Aber ich fühle mich gut und habe mich hier wunderbar vorbereiten können.


Wie bewerten Sie den Triumph von Rafael Nadal in Paris?

RF: Absolut unglaublich. Da bleiben nur Superlativen übrig. Elf Mal ein Turnier zu gewinnen, ist ja überhaupt schon unglaublich. Ich habe vom Finale praktisch nichts gesehen, weil ich da gerade angereist bin und dann selber trainiert habe. Er bräuchte gar nichts mehr zu beweisen in Paris, aber macht es noch mal. Ein echter Champion. Da können sich alle Spieler auf der Tour nur verneigen. Das ist einfach nur fantastisch.


Wäre es nicht eine größere Herausforderung, noch einmal Nadal in Paris zu schlagen, statt zum x-ten Mal Wimbledon zu gewinnen?

RF: Für mich bleibt Wimbledon das Nonplusultra auf der Tour. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich immer den Wimbledon-Sieg nehmen. Bei mir geht es um viel mehr, als nur um die Direktbegegnung mit Rafa. Bei mir geht es um die Gesundheit, ich habe vier Kinder, das wird oft vergessen. Ich brauche auch mal meine Ruhe. Ich habe es letztes Jahr schon so gemacht und es hat mir gut getan. So hoffe ich, dass ich genug Energie im Tank habe für den Rest der Saison. Natürlich würde ich auch gerne noch mal eine Chance in Paris haben, aber vielleicht kommt das in den nächsten ein, zwei Jahren nochmal. Ich muss mir überlegen, ob ich nächstes Jahr die Sandplatzsaison spiele. Ich schätze, dass ich im Herbst nach den US Open weiß, wie mein Plan für nächste Saison aussehen wird.


Haben Sie letzten Herbst ernsthaft überlegt, heuer auch auf Sand zu spielen?

RF: Letztes Jahr war eine ganz andere Situation. Ich habe Australien, Indian Wells und Miami gewonnen und hatte die Überlegung, dass ich mich länger auf die French Open vorbereiten könnte. Ich hatte dann aber das Gefühl, dass ich es auslassen sollte, weil mit wenigen Turnieren in den Beinen ist bei den French Open nichts zu holen. Ich habe mich dann mit dem Team sehr schnell entschieden, dass der Zug abgefahren ist. Heuer wollte ich schon im Vorfeld der Sandplatzsaison Klarheit haben. Ich habe mich dann direkt nach Miami dafür entschieden. Ich konnte drei Monate gut trainieren und hatte keine Rückschläge. Es ist für mich schon auch noch immer komisch, einen Grand Slam nicht zu spielen. Ich habe ja mein Leben lang alle Grand Slams gespielt. Ich kann die Situation nach meiner Knieverletzung besser einschätzen, deshalb sind die Entscheidungsabläufe heute einfach anders.


Ist Rafael Nadal auch in Wimbledon Ihr stärkster Konkurrent?

RF: Ja, ich nehme an, dass er topfit sein wird für Wimbledon. Ich habe mir noch nicht überlegt, wer sonst noch großer Favorit sein könnte. Rafa hat dort schon zwei Mal gewonnen, das kann dann kein Zufall mehr sein. Er spielt aggressiver und besser auf schnellen Belägen. Er ist ja nicht nur der Sandplatzkönig, er kann überall spielen. Dann noch Zverev, Del Potro, Cilic. Ich hoffe, dass Novak Djokovic stark zurückkommt. Er zeigt ja auch schon gutes Tennis. Ich hoffe auch, dass Andy Murray und Stan Wawrinka wieder zurückkommen.


Welche Erwartungen haben Sie hier in Stuttgart?

RF: Mein Ziel war, das Turnier zu gewinnen. Dann kommt die Auslosung und man sieht, wie schwer das wird. Von der Euphorie gehe ich zurück zur Realität. Von Match zu Match, von Satz zu Satz, von Punkt zu Punkt. Aber das ist auch gut so. Ich freue mich auf das Turnier, aber es gibt keine Garantien. Der Centre Court ist sehr gut, er hat mich beim Training mit Philipp Kohlschreiber stark an Wimbledon erinnert. Ich denke, da ist einiges drinnen für mich.


Stimmen die Berichte über einen Ausrüsterwechsel von Nike zu UNIQLO?

Diese Gerüchte sind mir bekannt. Kein Gerücht ist, dass mein Nike-Vertrag im März ausgelaufen ist. Da sind Verhandlungen am Laufen, mehr gibt’s dazu nicht zu sagen. Ihr seid sicher die Ersten, die erfahren, wenn sich etwas in dieser Richtung tut.


Wie hat die Vorbereitung in den letzten Wochen konkret ausgeschaut?

RF: Ich habe in den letzten Wochen mehr Tennis gespielt als Kondition trainiert. Es ist alles wunderbar gegangen. Ein paar Mal war ich in den Ferien – zuerst Miami, dann bin ich nach dem ersten Kondi-Block nach Afrika. Und jetzt bin ich seit einem Monat wieder im Training. Ich hatte verschiedene Sparringpartner in der Schweiz und auch in Dubai. Ich war sehr zufrieden, wir hatten auch Glück mit dem Wetter, das war heuer besser. Ich fühle mich frisch und ready.


Können Sie sich schon ein Leben ohne Tennis vorstellen? Was treibt Sie noch an? Noch ein Rekord? Eitelkeit?

RF: Nein, das Wichtigste ist zuerst einmal die Freude am Spiel. Das Gefühl des Gewinnens, die Zuschauer zu hören und ihnen Freude zu machen. Und mir selber und auch meinem Team zu beweisen, dass ich noch ein Turnier gewinnen oder einen Titel verteidigen kann. Natürlich auch Rekorde. Es wäre natürlich schon, noch einmal die Nummer eins zu werden und diesen Rekord nach oben zu drehen. Aber natürlich, das Ende ist sicher näher als jemals zuvor. Ich weiß aber auch noch nicht, wann es vorbei ist. Es wird danach aber sicher auch sehr interessant und lustig. Vor allem mit den Kindern. Es wird dann natürlich auch ernster mit der Schule. Ich bin selber schon gespannt, wie das wird. Ich bin aber auch überzeugt, dass der Sprung ins Danach funktionieren wird.


Wie groß ist die Motivation nachdem, was Rafael Nadal gestern in Paris gelungen ist?

Ich habe erwartet, dass Rafa Paris gewinnen wird. Es hat sich also nur die Situation ergeben, die ich erwartet habe. Ich muss ins hier in Stuttgart ins Finale kommen, um wieder die Nummer eins zu werden. Aber letztes Jahr habe ich hier früh verloren, danach habe ich während der Rasensaison keinen Satz mehr verloren. Hoffentlich komme ich heuer früher in Schwung.

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